Wer liebt sie nicht: die Blütenpracht, die man vor allem aus dem Mittelmeerraum kennt! Zum Glück lässt sich die mediterrane Stimmung ganz einfach nach Hause holen.

Wenn man im Süden Europas durch kleine Orte flaniert, begegnet man ihnen fast an jeder Ecke: Tausende Blüten in den schönsten Farben. Zwei ganz besondere Stars darunter sind Oleander und Bougainvillea. Schon ein einzelner Topf mit ihren leuchtenden Blüten verwandelt jeden Balkon in einen Ort, der an Urlaub, warme Abende, südliche Terrassen und Dolce Vita erinnert. Beide Pflanzen entfalten jetzt im Sommer auch bei uns ihre volle Wirkung – 1000 gute Gründe, sich die Mittelmeer-Stars einmal genauer anzuschauen.
Der Oleander zeigt sich dabei eher klassisch-elegant mit seinen langen, schmalen Blättern und den üppigen Blütenständen in Weiß, Rosa, Rot oder Apricot. Sein dichter Wuchs macht ihn zu einem wunderschönen Solitär für Balkon und Terrasse. Demgegenüber präsentiert sich die Bougainvillea deutlich temperamentvoller. Sie schiebt sich rankend in die Höhe mit ihren farbstarken Hochblättern in Pink, Magenta, Violett, Orange oder Weiß. Gemeinsam bilden sie ein Sommerduo, das alle Blicke auf sich zieht.

Es braucht gar nicht so viel, damit sie hierzulande wachsen, blühen und gedeihen. Das Wichtigste: Sonne. Je heller und wärmer der Standort, umso schöner entwickeln sich die Blüten. Beim Oleander darf man auf keinen Fall das Gießen vernachlässigen. Im Sommer kann er sogar gerne mit den Füßen im Wasser stehen. Die Bougainvillea liebt es zurückhaltender: also gleichmäßig, aber nicht zu nass. Hier gilt es, das richtige Maß zu finden. Denn wer sie zu viel gießt, bekommt mehr Blatt als Blüte.

Michael Bank ist Geschäftsführer der 2024 gegründeten Erzeugergenossenschaft Landgard Fiori e Piante, die von Albenga an der italienischen Blumenriviera die Welt mit mediterranen Pflanzen und Kräutern versorgt. Insgesamt hat er jahrzehntelange Erfahrung mit dem italienischen Gartenbau. Sein Rat: „Beim Oleander darf man im Sommer ruhig mutig sein mit dem Wasser. Die Pflanze steht in ihrer Heimat häufig an Flussläufen und braucht in der Wachstumszeit mehr, als viele denken. Die Bougainvillea blüht am schönsten, wenn sie viel Sonne bekommt und man nicht ständig eingreift. Ein bisschen mediterrane Gelassenheit ist hier gefragt.“

Oleander macht sich bestens in großen Terrakottatöpfen und passt gut zu Lavendel, Rosmarin oder weißen Geranien. Bougainvillea wirkt sehr schön an Spalieren, Rankgittern oder in luftigen Arrangements mit Naturmaterialien. Echtes Urlaubsgefühl auf kleinem Raum schafft auch eine Kombination beider Pflanzen in schlichten Tongefäßen mit Zitronenbäumchen oder Kräutern.

Wenn der Sommer vorbei ist, brauchen sowohl Oleander als auch Bougainvillea ein helles und eher kühles, aber frostfreies Winterquartier. Bevor sie dort einziehen, ist ein leichter Rückschnitt sinnvoll – insbesondere bei der Bougainvillea. So bleiben sie kompakt und können im nächsten Frühjahr wieder kraftvoll durchstarten. „Mediterrane Kübelpflanzen werden allzu oft wie Saisonware behandelt. Dabei werden sie mit den Jahren immer schöner. Wer ihnen Sonne, Luft und ein gutes Winterquartier gibt, hat lange Freude an ihnen“, weiß Michael Bank.