Der Apfel ist als Teil unseres Alltags so selbstverständlich, dass wir ihn kaum mehr wahrnehmen. Dabei gibt es 1000 gute Gründe, ihn besonders wertzuschätzen. Neben Geschmack, Gesundheit und Regionalität sind es vor allem die Geschichten, die ihn zu etwas ganz Besonderem machen.
Alles beginnt im Paradies mit Adam und Eva. Zwar spricht die Bibel nur von einer verbotenen Frucht, der Eva unter gutem Zureden der Schlange nicht widerstehen konnte. Aber im Laufe der Jahrhunderte ist daraus irgendwie der Apfel geworden. Und so ziert in zahlreichen Gemälden der Renaissance ein Apfel leuchtend rot den Baum der Erkenntnis. Hier ist er Symbol der Versuchung und des Strebens nach mehr Wissen. Aber das ist nicht die einzige Geschichte, in der dieses Obst eine tragende Rolle spielt.

Weitere Legenden und Sagen ranken sich um den Apfel. Wilhelm Tell muss seinem Sohn den Apfel vom Kopf schießen in einer Story um Mut, Freiheit und Auflehnung. Wäre der Schuss missglückt, hätte alles eine ganz andere Wendung genommen. Berühmt ist auch der Apfel, den der griechische Held Paris der in seinen Augen schönsten Frau überreicht und damit einen heftigen Streit der Göttinnen auslöst. Wahrscheinlich gibt es keine andere Frucht, die so häufig für den Moment steht, an dem die Geschichte eine spannende Wendung nimmt.
Womit wir beim Märchen wären: Bei Schneewittchen ist der Apfel perfekt, makellos, verführerisch – und vergiftet. Wieder glänzt er durch eine aufregende Mischung aus Anziehung und Gefahr. Übrigens hat er wohl auch Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Vom Baum fallend soll er Isaac Newton dazu motiviert haben, über das Phänomen der Schwerkraft nachzudenken. Der Apfel als Grundlage eines physikalischen Gesetzes – beeindruckend.

Die „Nachfahren“ all dieser berühmten Äpfel begleiten uns heute ganz selbstverständlich durch den Alltag, morgens zum Frühstück, als Snack zwischendurch, im Apfelkuchen oder als köstlicher Apfelsaft. Der Apfel ist eine Frucht, die perfekt in unsere Zeit passt, steht er doch für hohe Nachhaltigkeit und Regionalität. Im Januar widmet man ihm alljährlich sogar einen eigenen Tag. Kein Wunder! Schließlich zählt Deutschland in Europa zu den Top-5-Apfelproduzenten. Laut statistischem Bundesamt ernteten die Obstbauern hierzulande im Jahr 2025 ganze 1,138 Mio. Tonnen Äpfel. Damit verzeichnete man die zweitgrößte Erntemenge innerhalb der letzten zehn Jahre.
Auch Philip Wißkirchen, Obstbauer im eigenen Familienbetrieb im rheinischen Meckenheim, freut sich über den guten Ertrag: „Im Großen und Ganzen sind wir mit der Ernte 2025 sehr zufrieden. Für unsere Kunden zählt natürlich nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der Äpfel aus ihrer Region. Und da bekommen wir wie in jedem Jahr durchweg positive Rückmeldungen.“
Dass alle Äpfel lieben, liegt sicherlich auch daran, dass sie völlig unkompliziert sind. Ein Apfel passt in jede Tasche, braucht keine besondere Verpackung und kann sofort gegessen werden. Natur pur aus der Region. Damit ist er der klare Gegenentwurf zu Schokoriegeln und Co. und der perfekte Begleiter für einen leckeren und gesunden Genuss. Er passt zudem ideal in einen winterlichen Salat mit Nüssen und Käse oder als süße Zutat zum Wurzelgemüse aus dem Ofen. Und weil es so viele Sorten gibt, findet eigentlich jeder und jede die passende für sich.

„Welcher Apfel der richtige ist, muss jeder und jede für sich selbst herausfinden – sprich: eine Scheibe davon abschneiden und tatsächlich probieren. Die Mühe lohnt sich, wenn man den eigenen ‚Paradiesapfel‘ für sich entdecken möchte“, sagt Obstbauer Wißkirchen, der selbst über 15 Sorten anbaut. Gut bekömmlich sind Äpfel übrigens, wenn sie schön frisch sind. Da haben die regionalen Sorten mit ihrer direkten Nähe zum Verbraucher natürlich die Nase vorn.
Während andere Obstsorten mal im Trend liegen oder eben auch mal nicht, ist der Apfel einfach immer da. Vielleicht, weil er seit jeher in unseren Breiten zuhause ist, weil wir ihn seit unserer Kindheit kennen und er uns überall begegnet: auf dem Teller, als Backzutat und als Snack unterwegs. Der Apfel muss nicht aufdringlich daherkommen, um dauerhaft präsent zu sein. Er taucht in Geschichten auf, die wir auswendig kennen, in Märchen, Legenden und Wissenschaftsanekdoten. Er ist das wunderbar Vertraute in unruhigen Zeiten.
Zu den besten Geschichten über Äpfel gehören übrigens Rezepte! Davon ist das Team der Initiative „1000 gute Gründe“ fest überzeugt. In ihrer Ideenküche haben die Ernährungsprofis unter www.1000gutegruende.de jede Menge davon zusammengestellt. Neben solch vertrauten Klassikern gibt es hier auch jede Menge neue kulinarische Apfelköstlichkeiten angesagter Foodblogs zu entdecken. Einfach paradiesisch köstlich ist zum Beispiel eine Apfelrosentarte.

Apfelrosen-Tarte

Zutaten
… für den Boden:
• 225 g Mehl
• 60 g Zucker
• 110 g Butter
• 1 Prise Salz
• 1 Ei (Gr. M)
• Hülsenfrüchte zum Blindbacken z.B. Erbsen
• Etwas Butter und Mehl
• Tarteform (Ø 26 cm)
… für die Füllung:
• 100 g weiche Butter
• 100 g Zucker
• 1 TL Vanillepaste
• 2 Eier
• 100 g gemahlene Haselnüsse
• 2 EL Mehl
• 1 TL Zimt
• 100 g Aprikosenkonfitüre
… für die Apfelrosen:
• 3–4 rotschalige Äpfel
• 3 EL Zucker
• Saft 1/2 Zitrone
• 25 g Aprikosenkonfitüre
Zubereitung:
Zunächst die Tarteform einfetten und mit Mehl ausstäuben. Für den Mürbeteig Mehl, Zucker, Salz und Butter in einer Schüssel grob verkneten. Das Ei zugeben und rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Diesen auf der bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die Tarteform ausrollen. Dann vorsichtig in die vorbereitete, eingefettete Form legen und diese komplett (inklusive Rand) damit auskleiden. Den Teig in der Form mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Mürbeteigboden mit einer Gabel mehrmals einpieksen, dann mit einem Bogen Backpapier bedecken und mit Hülsenfrüchten befüllen. Im vorgeheizten Ofen 8 Minuten mit Hülsenfrüchten blindbacken. Dann Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und den Boden weitere 2 Minuten backen. Herausnehmen und kurz auskühlen lassen.
Für die Füllung weiche Butter, Zucker und Vanillepaste hell schaumig aufschlagen. Ein Ei nach dem anderen gründlich unterrühren. Dann gemahlene Haselnüsse, Mehl und Zimt zufügen und ebenfalls unterrühren. Die Aprikosenkonfitüre auf dem vorgebackenen Boden verteilen und die Haselnussfüllung darauf glattstreichen.
Für die Apfelrosen die Äpfel vierteln, entkernen und in sehr feine Scheiben schneiden. 3 EL Zucker, den Saft einer halben Zitrone und reichlich Wasser in einer Pfanne oder einem breiten Topf erhitzen. Die Äpfel portionsweise etwa 2 Minuten im siedenden Wasser weichgaren, dann abschöpfen. Die Äpfel sollten biegsam sein, jedoch nicht zerfallen. Um die Apfelrosen zu formen, eine (kleine) Apfelscheibe aufrollen, dann nacheinander weitere (immer größere) Apfelscheiben herumwickeln. So mehrere Apfelrosen unterschiedlicher Größe formen. Diese in die Tarteform auf die Haselnussfüllung setzen.
Die Tarte im vorgeheizten Ofen etwa 30 Minuten backen. Dabei eventuell nach 20 Minuten mit einem Bogen Backpapier abdecken, damit die Apfelrosen nicht zu dunkel werden. In der Zwischenzeit 2 EL Aprikosenkonfitüre mit 2 EL Wasser in einem kleinen Topf erwärmen, die Apfelrosen nach Ende der Backzeit damit bepinseln. Anschließend vollständig auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
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